SIELE IN OSTFRIESLAND - FRIESLAND
und die Grenzbereiche  Wesermarsch und Niederlande
   Historische Sielbauten     www.sielwerk.de    
 

Bereich 3




Fridericus Siel Norden / Norder Siel Norden /Gastmarscher Siel Norden /Leybuchtsiel / Hilgenrieder Siel / Neßmersiel / Dornumer Bucht- Reidumper Siel Altes Siel- Dornumersiel-Westeraccumersiel-Westburer Pumpsiel-Accumersiel / Bensersiel / Weerder-Werdumer Siel /Beerder Siel -Berdumer Siel - Alt und Neu / Steenscharersiel / Sluis Siel / Altharlinger Siel / Neuharlinger Siel / Altfunnixsiel / Neufunnixsiel /Carolinensiel-Friedrichsschleuse-Harlesiel







Norden und das Meer - heute hat Norden im Stadtteil Norddeich seinen Hafen und die Fährbetriebe zu den Inseln.
Früher war der Zugang zum Meer über die Leybucht und somit südlich, statt heute nördlich, ausgerichtet.



Addinggaster-oder Friedericussiel, Norden / Ältestes erhaltenes Sielbauwerk in Ostfriesland. Status Kulturdenkmal

Auch Lüttge Siel oder Witt Siel genannt


Erbaut 1776 Fertigstellung ( nach Freese 1775 ) Entwässerungsfläche 2306 Grasen.  

Das Siel entwässerte bis 1818 die Addingaster-u. Leegmoorlande. 

Das Fridericussiel kam dann 1818 in Obliegenschaft der Berumer Fehncompanie ( Moorkolonisation ), die eine Grabenverbindung mit dem Berumerfehnkanal und dem Siel herstellte. Zweck war die Umgehung des Norder Siels und eine direkte Anbindung an das Norder Außentief. Die Fehngesellschaft musste kompensatorisch der Addingaster Sielacht eine neue Anlegestelle am Tief ermöglichen und somit auch finanzieren.


Pfahlgründung; Klinkermauerwerk

Gewölbesiel, massiv.

Sielbogen mit lateinischer Inschrift

Sielanlage noch erhalten ( ohne Funktion )

Stark sanierungsbedürftig- Sanierung geplant.


 Am Friedericussiel in Norden - Feb. 2024 ( unten 6 Fotos )











                                                                     




Norder Siel

1706 Holzsiel, bei einer Sturmflut zerstört

1756 Sielneubau, massiv aus Ziegelstein

Sielwerk nicht vorhanden

Reste erhalten und gekennzeichnet


Im Zusammenhang mit der Ausdehnung der " Norder Neustadt ", Ende des 16. Jh., kam es zu innerstädtischen Veränderungen. " Das einstige Sielbauwerk stand da, wo sich jetzt die Turmhalle D.T. befindet "  - Nähe des alten Doornkaat Geländes. ( Th. Janssen, Gewässer Ostfrieslands, Seite 132 ).

Ende des 16. Jh. wurden Hafen und Siel aufgegeben. 1706 folgte die Errichtung des Norder Siel - bis zur Eindeichung der Leybucht, 1929,  war das Siel in Betrieb.


                                                  

   Altes Norder Siel am Zollhaus


(Quelle: Medienzentrum Norden, Landkreis Aurich ( erworbenes Bild ). Das Bildrecht verbleibt weiterhin beim Medienzentrum Norden)


Norder Hafen 1929 mit Siel im Hintergrund - unter der linken Mühleabbildung


( Quelle: Die Leybucht, Th. Janssen, Seite 14


Am alten Norder  Siel


 


 (Quelle:    Ostfriesland - Kalender für Jedermann, 1976 , Seite 148  )                   


 Kulturgeschichtliche Rekonstruktion: Norder Siel in Norden
















Gastmarscher Siel , Norden 


1758 Sielneubau, ersetzte und unterstützte das Altmarscher Siel ( Altmarscher Siel I von 1546 bis 1582 / Altmarscher Siel II von 1582 bis 1678  Altmarscher Siel III 1678 bis 1757) 



1968 abgetragen ( Gastmarscher Siel )

Die 3 Sielstandorte des alten Gastmarscher Siel:

1 ) Urspl. Lage Nähe der heutigen Alleestraße Norden/Flurkartenverzeichnis nennt Gemarkung " Altes Siel ?"(Möglicher Sielstandort ).

2 ) Standort des Siels am Altendeichsweg von 1546 -1582    

3 ) Sielstandort am Langhauser Tief ( Zuckerpolderdeich ) von 1582 - 1929. Genauer Standort = Klick Bild 1 hier ist der Flurkarteneintrag mit einer Beschreibung zu sehen. 

4 ) Kulturgeschichtliche Einbindung und Neugestaltung ( 2023 ) der alten Sielanlage vom Zuckerpolderdeich zum jetzigen Altendeichsweg. 



Nachbearbeitung nötig !




 Im Bereich des Gastmarscher Siels war ein Sielrichter zuständig für die Entwässerung und den Hochwasserschutz von 7380 Grasen Land ( Freese ,Seite 341 ).


Die Siele im Westmarscher Neuland - Norden ( Altmarscher Siel - Gastmarscher Siel )

 (Quelle: Th. Janssen, Gewässerkunde Ostfriesland, Aurich 1967)






                                                                                           Das Gastmarscher Siel um 1930 ( Knollenbrücke )

              

(Quelle: Ostfriesischer Kurier, nn)


Bildfolge: ( links nach rechts / Doppelklick = Bildvergrößerung )

Bild 1 ) Flurkarteneintrag Gastmarschersiel am Zuckerpolderdeich

Bild 2 ) Das alte Gastmarscher Siel

Bild 3 und 4 ) Am Altendeichsweg

Bild ( 5 - 8 ) Kulturgeschichtliche Neugestaltung des Standortes Gastmarscher Siel am Altendeichsweg im Mai 2023 









Leybuchtsiel

Sielanlage gebaut: 1928-1930

Offenes Siel mit Ebbe-Sturm-und Fluttorpaar


1962 Schöpfwerksbau


Mit der Fertigstellung der Sielanlage "Leybuchtsiel " im Jahr 1930 verlor die Stadt Norden endgültig den Anschluss an die offene See. Über Jahrhunderte war durch Eindeichungen die alte Fahrrinne bereits stark verengt und auch immer wiederkehrend der Verschlickung ausgesetzt.

(Quelle: Die Leybucht, Th. Janssen, Seite 15 )



Leybuchtsiel: Bau um 1929 ( Vergrößerung= Klick)



(Quelle: Die Leybucht, Th. Janssen, Seite 18/19 )






 (Quelle: Brettschneider / Nieße - Agsta, Hannover 1982, Seite 188 )


Schöpfwerk Leybuchtsiel von 1962

                                                                                                                  



Hilgenrieder Siel


Erbaut 1737 aus Holz / 1866 Sielneubau / 1925 Stilllegung          ( 1576/1577 erste Sielanlage aus Holz).

Sielanlage nicht mehr erhalten.

Namensgebung: 

Hilgenriede ( Heilige Riede  / Doornkaat-Koolman -Wörterbuch, Norden 1879 ) Wasserlauf


 Siel-Gedenkstein in Hilgenriedersiel

 

Alter Sieltiefverlauf in Hilgenriedersiel






Neßmersiel

Urspl. altes Siel an der Hauptstr. nicht mehr erhalten. Der ehem. Standort ist aber sichtbar als Sielort gestaltet.

Neuer Sielstandort um 1700, 600 mtr. nördlich, zunächst als Holzsiel.

1779 dann Neubau der Sielanlage aus Stein. ( Zielgelstein und Sandstein)

Diese Sielanlage ist noch gut erhalten. Erneuerung in Anlehnung an die  alte  Sielanlage im Jahr 1980 .

Historischer Sielbogen mit Schrifttafel erhalten.


Alter und erster Sielstandort in Neßmersiel - Neugestaltung der alte Sielstelle  im Frühjahr 2024






Das "zweite " vorgelagerte Siel in Neßmersiel  ( Bild unten )


  (Quelle: Medienzentrum Norden, Landkreis Aurich ( erworbenes Bild ). Das Bildrecht verbleibt weiterhin beim Medienzentrum Norden)





Das zweite vorgelagerte Siel von 1779. Diese Sielanlage wurde 1980 komplett erneuert und in Anlehnung an das alte Siel neu errichtet. Der Sandsteinsielbogen mit Inschrift stammt noch vom Vorgängersiel


     


                            









       Heutige Entwässerungsanlage vor dem Hafen in Neßmermersiel



Am Außenhafen in Nessmersiel - Heutige Entwässerungsanlage











 Reidumper Siel - Alten Siel - Dornumer  Siel - Westeraccumer Siel - Westerburer Pumpsiel - Accumersiel / In Bearbeitung 


  Vorgeschichte

Die Sielgeschichte im Bereich der Accumer Ee ( Dornumer Bucht ) ist  komplex und nur im Zusammenhang mit der Betrachtung aller ehemaligen Sielstandorte besser darstellbar. 

Das Gewässernetz bestand aus einer Vielzahl von Tiefs, die zum Teil südlich auf den Geestgebieten ( Pleistozän ) ihren Ursprung haben und dann in Richtung Norden abflossen.


Bekannt sind heute nur noch die Sielstandorte Dornumersiel und Westeraccumersiel.


Hier verlief früher auch die Grenze zwischen Ostfriesland und dem Harlingerland. Der Berumer Vergleich, 1600, regelte ab diesem Zeitpunkt die Zugehörigkeit des Harlingerlandes zum ostfriesischen Herrschaftsbereich.  

Ursprünglich wird bereits 1449 erwähnt, dass die Herrlichkeit Dornum und das Harlingerland gemeinsam die  Abdämmung des Accumer Tiefs

planten. Wahrscheinlich wurde dieses Vorhaben mit dem Bau eines Deiches auf der Höhe von Altensiel tatsächlich realisiert. Dazugehörig  werden zwei Sielstandorte genannt, "welche halb zu Dornum und halb zu Esens "( Westeraccumersiel= Amt Esens ) gehören.


Das alte "Ackummerzyl" -  erste frühe Sielbenennung




( Quelle: Groninger Archiv / NL-GnGRA-817_1917 Kaart an Oost Friesland 1277-1580 Collecie Archiv Groningen ( Antrag Freigabe )


Vor 1450  ( 1449 .Anm.1 ) wird ein Siel in der Gemarkung Reidump angelegt. Der Name Reidump wird urkundlich aber  erst 1857 vermerkt (östlich von Dornum ). Bei Baggerarbeiten wurden 1952 Sielpfosten freigelegt und auf das 11. Jh. datiert .  Das Siel war angelegt im Schnittpunktbereich der drei Gewässerverläufe, Altes Tief, Sielhammer Tief u. Dornumersieler Sieltief . Anm.2 


Des Weiteren ist das alte Siel ( Altensiel ) zu benennen. Ein Gedenkstein mit der Jahreszahl 1289 erinnert noch heute an den Standort Altensiel und an das alte Accumer Ee Tief. Praktisch ist das Altensiel, bezw. die  Abdämmmaßnahmen im Deichbereich eine erste Initiative zur Erschließung der alten Dornumer Bucht.


1579, nach langen Einigungsverhandlungen zwischen dem Harlingerland und Ostfriesland, wurde ein gemeinsames Siel errichtet.

 Fertiggestellt wurde dieses Sielwerk  in der  heutigen 2. Deichlinie zwischen den Dornumersiel und Westeraccumersiel.

1602 erfolgte eine grundlegende Reparatur des Siels. Die Petriflut zerstörte das Siel 1651.  In einem Vertrag vom 16. Juni 1653 hatten sich zunächst beide Seiten auf ein neues gemeinsames Siel verständigt. Doch der Regent von Dornum beharrte jetzt auf die Errichtung einer eigenen Sielanlage, deren Fertigstellung schon 1653 erfolgte. Somit musste auch der ostfriesische Graf, seit 1600 auch Regent des Harlingerlandes, nachziehen und baute 1653 nur 100 mtr. östlich des Dornumer Siels ein neues Westeraccumer Siel. Somit entstanden 1653 zwei Siele in direkter Nähe: Westeraccumer Siel und das Dornumer  Siel.

1680 bereits wurde das Dornumer Siel zerstört und am 12/13.  November 1686 bei der Martinusflut kam es zur Zerstörung des Westeraccumer Siels. 1862 wird das Dornumer Siel als Ständersiel erneuert und 1921 aufgegeben.  Von 1785 ( bis 1790 ) wird das Westeraccumer Siel neu errichtet und 1812 erfolgt erneut ein Sielneubau.


Eine weitere Sielanlage wird 1570 westlich von Middelsbur  durch Sturmfluten stark beschädigt und anschließend neu zwischen Middelsbur und Osterbur errichtet. Durch Beschluss des Amtes Esens wird dieses Siel 1619 stillgelegt ( Westerburer Siel ). 1653 wird in Westerbur ein neues Siel aus Holz gebaut und 1756 erfolgt erneut ein Sielneubau aus Stein. 1684 wird das Westerburer Siel in einer Amtsbeschreibung  mit dem Äquivalent "pompe " ( Pumpsiel: Siehe Rubrik:  Sielwesen )  erwähnt. 1763 hatte der Hafen am Westerburer Pumpsiel für das Amt Esens auch eine wirtschaftliche Bedeutung.

 Nach der Eindeichung des Westerburer Polders 1771  entstand ein  weiteres Pumpsiel. Abschließend erfolgte 1899 erneut ein Sielneubau. Dieses Siel wurde 1949/50 nochmal durch Betonbauverstärkungen verändert.


Von 1963-1968  wurde das Accumer Siel als Mündungsschöpfwerk  errichtet. Somit ist nun wieder eine Sielanlage für die beide ehemaligen Entwässerungsbereiche zuständig.

Anmerkungen:

Anm. 1. Th. Janssen, Gewässerkunde Ostfrieslands,Seite 139

Anm.2 : Der alte Name für das Dornumer Sieltief ist Accumer Tief.




                                                                      .



Lageplan der Siele: 1 ) Reidumper Siel / 2 a ) Altensiel / 2 ) Dornumer Siel / 3 ) Westeraccumer Siel / 4 ) Schöpfwerk Accumersiel / 5 ) Westerburer Pumpsiel-und nach Norden dann das verlagerte Westerburer Pumpsiel. Das gemeinsame alte Dornumer-Westeraccumer Siel ist nicht numerisch erfasst, aber als Standort mit aufgeführt.

 

 (Quelle: Brettschneider / Nieße - Agsta, Hannover 1982, Seite 199)


   Die 4 ehemaligen Sielstandorte im Bereich der Accumer Ee  ( Dornumer Bucht ),  ohne das gemeinsame Dornum-Westeraccumer Siel und dem Westerburer Pumpsiel.




 

 (Quelle:Karte von Ostfriesland unter Zugrundelegung der großen Campschen Karte (1857) Auszug Collectie Archieven Groningen







Reidumper Siel ( 1 ) - mit dem Schlicker Siel ( Details 5 ) ältester Hinweis auf ein Siel überhaupt. 

                                                                      

  (Quelle: Gewässerkunde Ostfrieslands, Th. Janssen, Aurich 1967)


Alter Standort des Reidumper Siels. ca. 80 mtr. landeinwärts auf der anderen Seite des Dornumersieler Tiefs.

Die Flurkarteneinträge ( Ostfr. Landschaft ) weisen in unmittelbarer Nähe zum alten Sielstandort auf Fluren hin, die mit der Bezeichnung "Sielhammerweg " und "Sielhammertief " festgelegt sind ( Flurkarte: Stern = alter Sielstandort / Pfeile = Hinweise auf Sielbezeichnungen ).





(Quelle: Flurdatenbank der Ostfr. Landschaft in Aurich )




 







Das alte Siel ( Abdämmsiel -Abdämmmaßnahme )  Altensiel ( 2 a ) 


 Alten Siel, Inschrift: Portus Ackumhe 8.7.1289  Accumersiel 1989

 

                                                                                                                 

Gemeinsames Dorumer-Westeraccumer Siel - Numerisch nicht erfasst


 

(Quelle: Rund um die Accumer Ee, Heft 3, H. Wiechers, A.Heinze, Esens 2019)

                                                              




   Standort nicht mehr genau rekonstruierbar. Nach Th. Janssen, Gewässerkunde Ostfr. , lag das gemeinsame Siel 100 mtr. nördlich des späteren Dornumer Siels.




 

Die beiden getrennten Siele Dornumer Siel und das Westeraccumer Siele ( 2 und 3 )


(Quelle: Rund um die Accumer Ee, heft 3, H. Wiechers, A.Heinze, Esens 2019   Beide Sielstandorte)



Westeraccumersiel ( 3 )



Erbaut 1653, östlich des Dornumer-Siels.

1785 Sielneubau aus Holz 13 1/4 Fuß

1790 Umfangreiche Sielreparaturen

1812 Erneut Sielneubau

1964 Stilllegung, wg. Bau Schöpfwerk

( Altes Siel nicht mehr erhalten )

                                                                           

 Altes Siel in Westeraccumersiel. Foto unten - Hinweistafel am alten Hafen

 (Quelle: Altes Siel in Westeraccumersiel- Bild erhalten von: Joh. Behrends, Dornumersiel)

 

                                                                                          

 (Quelle: Abfotografie der Infotafel vor Ort )                                                                                             

 

                                                                                                                    

 Westeraccumersiel


                                                                                                                         

 (  Quelle: Abfotografie vor Ort - Infotafel )



                                                     

 Nachgestaltete Sielanlage in Westeraccumersiel

 


                                                                                                    



Dornumersiel  ( Dornumer Hebersiel 1921 )( 2 )


Vor 1653 lag das alte gemeinsame Siel etwas 100 mtr. nordöstlich vom heutigen Standort Dornumersiel.

1654 erstes Siel

Anfang 1700 Sielerneuerung aus Holz

1862 Als Ständersiel erneuert

1921 Siel aufgegeben ( als Holzsiel )

Ab 1921 Hebersiel ( Rohrsystemsiel mit Luftkammer)

 Altes Siel nicht mehr vorhanden.


 (Quelle: Altes Dornumer Siel. Bild erhalten von  Joh. Behrends, Dornumersiel)



     

 Dornumersiel : Alter Sielstandort Hebersiel

                                                                                                        



                                                                                                        

                                                                                                                       


Das Dornumer Hebersiel, Lage und Funktionsprinzip  ( Komplette Beschreibung: Siehe unter Rubrik Informationsmaterial - Nr. 10 )

Patent nach Baurat Abraham - 3 Rohrsystem über dem Deich verlaufend ( Baustart 1921 ).


 

 
(Quelle: Ostfreesland, Kalender für jedermann, 10. Jahrgang 1923)










Westerburer Siel - Pumpsiel ( 5 u. 5a )


Lageplan: heute










Accumersiel ( 4 )                         

Neubau 1964, integriert mit Schöpfwerk

Mit dem Schöpfwerk Accumersiel ist praktisch wieder eine Einrichtung für beide Sielstandorte in Betrieb - ohne das Sieltief Westeraccumersiel

(Bildentnahme: Sturmflut 1962, Johann Kramer, Seite 113)






( Quelle: Luftaufnahme, Nachweis folgt )

  Am Siel-u. Schöpfwerk Accumersiel






Benser Siel (seit 1938 Bensersiel , vorher Gem. Westbense) 

Erbaut 1619 aus Holz / 1640 Sielreparatur / 1796 Neues Siel aus Holz / 1891 Sielneubau. massiv aus Ziegelstein / 1967 Sielneubau

Altes Siel nicht mehr vorhanden.



Bensersiel: Abb.2 : Neubauplan von 1889 unausgeführt. Abb. 3:  Lageplan der ehem. vier Sielstandorte in Bensersiel

Abb. 1 : Altes ausgegrabenes Sieltor ( Sturmtor ) von 1619.

(Quelle: Ostfriesland Zeitschrift f. Kultur,Wirtschaft, Verkehr, 1968 / 4 )






Das alte Gewölbesiel in Bensersiel 1958

 

                                                                                                                                                  


 




 

(Quelle: 3 alte Ausnahmen, Nachweise folgen 2/24)


Reste der alten Sielmauer



Alter Sielstandort in Bensersiel


                                                                   


                                                                                                                                                                                                                                      


                                                                                                                        






Werder Siel ( Werdumer Siel ) 

Ehemalige Lage in der Deichlinie 1550 -1617



Möglicher alter Standort des Weerder Siels ( Werdumer Siel )


Flurkartenvermerk ( Ostfr. Landschaft )  Gemarkung Werdum - Weerder olde Syl.

(Quelle: Flurdatenbank der Ostfr. Landschaft in Aurich )

Alter Sielstandort: Lagezustand heute

 



Das alte Esenser-Weerder Sieltief ( heute Altfunnixsieler Priel ) verlief in Höhe der eingetragenen Gemarkung " Werder olde Syl ". Somit ein möglicher alter Sielstandort.

U. Hangen  ( S.452 ) verweist auf den Hof Witte Floh ( Weißer Floh ) als mgl. Sielstandort.  Auch der Flurkarteneintrag Weißer Floh, östlich von Werdum, ist dokumentiert.

Janßen Th. verweist des Weiteren auf ein Siel im alten Ülkengat, 2 km südwestlich von Altfunnixsiel ( Gemarkung: Finkerei ). Nachbearbeitung nötig!


Sluis Siel und Steenscharersiel  im Bereich der alten Harlebucht - uralte Erstsiele.


Das Steenscharersiel ( vor 1545 ) lag zwischen Toquard und Eggelingen.

Th. Janssen ( Gewässerkunde Ostfriesland, Aurich 1967, Seite 149 ) positioniert das Steenscharersiel " bei der jetzigen Pumpe "- Gemarkung Eggelingen.

Flurkarteneinträge mit der Bezeichnung sind nicht gelistet - vermerkt ist ein " Wassermühlen " Eintrag.

Arend wiederum benennt das Siel namentlich ( Baltasar Arend, Landesbeschreibung vom Harlingerland, Wittmund, 1684 ).




Das älteste bekannte Siel in der alten Harlebucht war das Sluissiel ( noch vor dem Steenscharer Siel ) Folgende Flurkarteneinträge bei Barums, nordwestlich von Jever, sind dokumentiert: Sluis, Sluishamm und Sluisweg.

Die heutige Eggelinger Grenzleide kreuzt den Flurkarteneintrag ( direkt westlich am Rand der Deponie Wiefels ). 

Wahrscheinlich mit dem Schlickersiel einer der ältesten Siele im ostfriesischen-friesischen Bereich überhaupt.

1457 wird in einer Reimchronik aus dem Harlingerland ( Grestius ) ein Siel bei Nenndorf ( Wittmund ) erwähnt - also ein weiteres mögliches Vorgängersiel.


Einzelsiele, wie das Steenscharer Siel oder das alte Sluis-Siel, waren unter schwerlichen Bedingungen an der Entwässerungs der alten Harlebucht beteiligt. Später, im Zusammenhang mit der Verlandung und der Landgewinnung in der Bucht, konzentrierte sich die Entwässerung zunehmend auf die Hauptflutströme innerhalb der Harlebucht: u.a. der Altharlinger-u. der Harlestrom. Nun entstehen die bekannten Besiedlungs-Siele, wie Alt-u. Neufunnixsiel oder auch Altharlingersiel.

Das Sielwesen als reine funktionale Entwässerungsangelegenheit verändert sich dahingehend, dass siedlungs-sozial-u. ökonomische Interessen Einzug in die Entwässerungs-u. Landgewinnungsprozesse erhalten.


Flurkartendatenbank-Ostfriesische Landschaft:


Position: Am Sluisweg, an der heutigen Eggelinger Grenzleide, lag das Siel " Sluis " ( Nähe dem Gut Schepp - Wiefels ). Auch ist dort der Hof Olde Sluis beheimatet und im niedersächsischen Denkmalschutzatlas wird das Gut Scheep von 1582, direkt in der Nähe, als " inselartiges Gartengrundstück, umgeben von Graften ", beschrieben. Inselartige Gebilde formten auch die alte Harlebucht - der  Ort Middoge, 5 km nördlich, hat noch die Teilbezeichnung " og " ( Auge ) im Namen und ist somit als halbinselartiges Ursprungsdorf zu lokalisieren.

( Abb: Am Sluisweg in Wiefels - lt. Flurkarteneinträge Standort eines der uralten Siele in der Harlebucht. 13.02.24 ).










Altes Beerder Siel - Berdumer Siel ( Neu-u. Altbeerder Siel )


Das Altbeerder Siel ( 1545 )  u. dann folgend das Neubeerder Siel ( 1589 ) ersetzten das alte Steenscharer Siel - dessen Vorgänger war das Schluis-Siel.



Anmerkung: Th. Janssen ( T. Janssen, Gewässerkunde  Ostfriesland, Seite 149 ) beschreibt sehr präzise einen Flutrinnenverlauf innerhalb der alten Harlebucht.  Ausgehend im Bereich Berdum-Eggelingen, bis nach Sande, ist die Flutrinne mit vier Sielen bestückt. Das älteste Siel ist der " Schluis ", dann folgte das Steenscharer Siel, das alte Beerder Siel ( 1545 ) und das neue Beerder Siel (1589).




Position: Lt. Flurkarteneintrag lag das alte Beerder Siel ( Berdumer Siel ) in der heutigen Gemarkung Middoge - Müllerweg. 2 km Luftlinie vom Ortskern Berdum entfernt. Der Gewässerlauf ist heute

mit " Funnix- Berdumer Wasser " betitelt und läuft direkt an Berdum vorbei und mündet in die Harle.

( Abb.  Am Müllerweg in Middoge -  am Funnix-Berdumer Wasser ,wahrscheinlich Standort des alten Beerder Siels. 13.02.24 ).




Das alte Beeder Siel - eines der zentralen Entwässerungssiele der alten Harlebucht



(Quelle: Flurkarteneintrag - Ostfriesische Landschaft - Flurkartendatenbank )

( Quelle: Infoheft - RUZ Regionales Umweltzentrum Schortens )





Altharlingersiel ( Harrler Syhl ) Zuvor altes und neues Holumer Siel

1693 Siel aufgegeben


(Quelle: Der Jeversche Deichband. O.Tenge, Oldenburg 1884)



Alter Sielstandort

                                                                                                                                                   


Neuharlingersiel  ( Ortsgründung 1693 )


1693 Holzsiel

1785 Sielneubau / 1959/61 Siel-u.Schöpfwerksneubau

 Altes Siel in Neuharlingersiel


(Quelle: 2 alte Aufnahmen ( oben ) Nachweise vorhanden, Einträge folgen )


    

Alter Sielstandort mit Schöpfwerk, erbaut 1959-1961 im Hintergrund ,( Aufnahme Juli 2019 )




Neuharlingersiel- Am alten Sielstandort - Nov. 2022


Hafenanlage in Neuharlingersiel - 1968 und 2022


 (Quelle : Ostfriesland-Zeitschrift für Kultur,Wirtschaft und Verkehr, Leer 1968, Heft 3  )                                                                       

 

(Quelle: Luftaufnahme-Nachweis folgt 2/24 )                                                                       



                                                                                     



Altfunnixsiel

1570 Sielerneuerung

 

(Quelle: Der Jeversche Deichband. O.Tenge, Oldenburg 1884) 


Alter Sielstandort

 


                                                                                                                                                       



Neufunnixsiel

1658 Siel angelegt


Alter Sielstandort

 



                                                                                                                                                               

 


 

Carolinensiel ist der zentrale Sielort im Bereich der alten Harlebucht.


Meereseinbrüche im 12/13 Jh. führten zur Entstehung der Harlebucht. West-Ost Wanderbewegungen der Inseln Langeoog und Spiekeroog ließen ein Seegatt entstehen, so dass die Fluten verstärkt und unabgemildert den Küstenbereich erreichten. Die Harlebucht hatte in etwa eine Breite von 15 km und eine Tiefe von 12 km. Ab 1570 begann der Verlandungsprozess und die anschließende Einpolderung der Bucht. 


Mehr als 10 alte Deichlinien über die Jahrhunderte hinweg bezeugen die Kultivierung dieses Landschaftsraumes. Die bestimmende Flutader war, neben dem Altharlinger Tief, die Harle, ein Fluss der noch heute in die Nordsee mündet.

Zwei alte Siele, das Beerder Siel I und II ( 1545 / 1598 ) und das alte Werdumer Siel ( Werder Siel ) waren zentral für die Entwässerung der Bucht zuständig.

Karte unten: Das alte Beerder Siel als zentrale Sielstelle der Harlebucht.

                                                                       

( Quelle: Archiv Groningen NL-GN GRA-817_1917 / 1277-1580 / Collecie Groningen -  Antrag auf Freigabe )


1598 kam es zur Stilllegung des Beerder Siels und die Entwässerung verlief dann über den Harlestrom in die Verlandungsbucht ( Harlebucht ). 

Erst jetzt entstanden die bekannten Siele mit ihren begleitenden Ansiedlungen: Altfunnixsiel, dann folgend Neufunnixsiel-Carolinensiel.

Altharlingersiel und Neuharlingersiel sind weitere Sielgründungen ( siehe auch Rubrik 4, der östl. Harlebuchtbereich - Wangerland ).

1729 ist das Gründungsjahr des Sielortes Carolinensiel - 1765 folgte die Friedrichschleuse mit Schiffspassage und 1956 wurde das Schöpfwerk Harlesiel fertiggestellt.


Alte Einzelsielstandorte: ( von unten nach oben ) - Carolinensiel entsteht erst gut 2oo Jahre später.

Schluis Siel, bei Wiefels - Flurkarteneintrag vorhanden

Steenscharer Siel zwischen Eggelingen u. Toquard - kein Flurkarteneintrag, aber Literaturhinweise vorhanden

Altes erstes Beerder Siel - Flurkarteneintrag vorhanden

Zweites Beerder Siel - Flurkarteneintrag vorhanden

( Bild: Entnahme aus einem Flyer: RUZ Regionales Umweltzentrum Schortens )

                             


Carolinensiel ( Friedrichschleuse - Harlesiel)

Im Ortskern: Altes ursp. Siel aus Holz ( 1729) 1837 Erneuerung des Carolinen Siels

1765 Eindeichung des Friedrichsgrodens und Bau der Friedrichschleuse als offenes Siel mit Schiffspassage.

1801 Erneuerung der Friedrichschleuse. 

Friedrichschleuse,  Friedrichsiel prak. als Außenhafen von Carolinensiel . Entwässerungsfläche damals 1225 Diematen ( ca. 700 ha. )

Harlesiel ( 1956 Bau des Schöpfwerkes )




                                           

(Quelle: Der Jeversche Deichband. O.Tenge, Oldenburg 1884)



Alter Sielstandort in Carolinensiel 1952


 

 

(Quelle: Nachweis liegt vor und folgt, 2/24 )


Alter Sielstandort in Carolinensiel, Lagezustand heute

                                                                                                                                 

                                                  

 An der Friedrichschleuse in Carolinensiel - praktisch der alte Außenhafen des Sielortes ( alte Aufnahme )

 


 (Quelle: Heimatkalender Harlingerland, Daten folgen 2/24 )                                   


Friedrichschleuse, heute


 

 

                                   

 Bau von Harlesiel 1953-57

                                                                       

 

 


(Quelle: Abfotografie . Sielhafenmuseum Carolinensiel)


 




                                                                                                              


 (Quelle: Harlesiel Schöpfwerk  Quelle: Ostfr, Heft 1961)



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